Siemens und ASU starten neues Online-Programm für PCB-Design
Wie Siemens jetzt in einer Mitteilung ankündigt, reagiert das Unternehmen darauf gemeinsam mit der Arizona State University und bringt das Online-Microcredential „PCB Design Fundamentals: From…

Siemens und ASU starten PCB-Microcredential
Wer beim Design-Review regelmäßig über zu enge Kupferabstände, vergessene Lötstopplackbrücken oder schwer nachvollziehbare Stack-ups stolpert, spürt die Lücke längst: Im PCB-Layout fehlt es an praktisch ausgebildetem Nachwuchs, und das wirkt inzwischen in jedes Projekt hinein. Wie Siemens jetzt in einer Mitteilung ankündigt, reagiert das Unternehmen darauf gemeinsam mit der Arizona State University und bringt das Online-Microcredential „PCB Design Fundamentals: From Discovery to Production" an den Start — ein Programm, das den Weg vom Schaltplan bis zur fertigungsgerechten Übergabe in einem Rutsch vermitteln soll.
Vier Kurse, vierzig Stunden — und Xpedition
Das komplett online und im eigenen Tempo durchlaufbare Programm umfasst rund 40 Stunden und ist in vier Module gegliedert. Die Themen spiegeln ziemlich genau das, was wir aus unserer eigenen Projekterfahrung kennen: PCB-Designgrundlagen und Best Practices, Schaltplanentwurf und Bauteilauswahl, Multilayer-Layout mit fortgeschrittenem Routing sowie Design for Manufacturability (DFM) und die Übergabe in die Produktion. Gearbeitet wird durchgehend mit Siemens' Xpedition, einer EDA-Umgebung, die laut Anbieter in Luft- und Raumfahrt, Automobil und Medizintechnik breit im Einsatz ist. Voraussetzungen werden keine verlangt; adressiert werden Studierende, Techniker:innen, Quereinsteiger:innen sowie Ingenieur:innen aus angrenzenden Disziplinen, die Hardware-Design-Kompetenz aufbauen wollen. Wer durchhält, erhält am Ende ein Siemens-Microcredential und ein Professional Certificate von ASU — beide lassen sich, etwa über LinkedIn, für Recruiter sichtbar machen.
Was heißt das für unsere Seite des Schreibtischs?
Siemens begründet den Vorstoß mit einer wachsenden Lücke zwischen Branche und Talentpipeline — getrieben von KI-Infrastruktur, Elektromobilität und Medizingeräten. AJ Incorvaia, Senior Vice President Electronic Board Systems bei Siemens Digital Industries Software, wird in der Mitteilung deutlich: Die Effekte spürten Engineering-Teams bereits heute, mit höherem Druck und engeren Zeitplänen bei weniger Personal mit praktischer Erfahrung. Für unsere tägliche Arbeit in deutschen EMS- und Design-Häusern heißt das konkret: Wir werden uns bei der Suche nach Layout-Erstkräften umstellen müssen — und möglicherweise genauer hinschauen, welche Designphasen Bewerber:innen tatsächlich praktisch durchlaufen haben.
Dora Smith, Senior Director Future Workforce Strategy bei Siemens Digital Industries Software, bringt es im Statement auf den Punkt, den wir aus unseren Reviews kennen: PCB-Design sitze an der Schnittstelle von Engineering-Wissen und realen Produktions-Workflows. Genau dieses „vom Konzept zur fertigbaren Platze" ist es ja, was uns am häufigsten auf den Tisch kommt, wenn etwas hakelt — Footprint-Disziplin, Lötstopplackfreiräume, DR-Clean-Bilanz vor dem Handoff.
Achten Sie bei künftigen Bewerbungsprofilen weniger auf das Etikett und mehr auf dokumentierte Praxis an genau diesen Stationen. Das ist die Kette, die dieses Programm laut Beschreibung adressiert — und ein guter Aufhänger für ein erstes Fachgespräch am Rechner.