Indien genehmigt 31 neue Projekte für die Elektronikfertigung
Nach Bericht der Hindustan Times hat die indische Regierung am Montag 31 weitere Anträge im Rahmen des Electronics Component Manufacturing Scheme (ECMS) genehmigt.

Das freigegebene Investitionsvolumen dieser Tranche beträgt 68,44 Mrd. Rupien; zusammen mit dem zusätzlichen Investment von 10,33 Mrd. Rupien des bereits zugelassenen Antragstellers Wipro Global Engineering summiert sich die Runde auf 78,77 Mrd. Rupien. Die Gesamtzahl der ECMS-Projekte steigt damit auf 106. Die fünfte Tranche soll laut MeitY-Daten eine Produktion im Wert von 822,43 Mrd. Rupien sowie 9.588 Arbeitsplätze generieren; das ursprüngliche Investitionsziel von 590 Mrd. Rupien ist mit 690 Mrd. Rupien übertroffen.
Produktionsstatus und PCB-relevante Werke
Nach Angaben des Ministry of Electronics and Information Technology (MeitY) haben 38 der 106 Projekte die Fertigung aufgenommen. Für die Leiterplattenindustrie unmittelbar relevant ist die Anlage von Kaynes Circuits in Chennai, die laut Präsentation in etwa einem Monat die Produktion aufnehmen soll. Die Displaymodul-Fertigung von Dixon in Noida folgt in etwa vier Monaten.
Die Investitionsstruktur der fünften Tranche entfällt auf Capital Goods (14,51 Mrd. Rupien, fünf Anträge), Kameramodule (7,40 Mrd. Rupien), Displaymodule (7,17 Mrd. Rupien) und Anodenmaterial (5,82 Mrd. Rupien).
Qualitätsstandard und Lieferkette als Eingangsfaktoren
Minister Ashwini Vaishnaw hat laut Hindustan Times erneut vier Erwartungen an die Industrie formuliert: Aufbau von Designkompetenz, Aufbau einer inländischen Lieferkette, Erreichung von Six-Sigma-Qualitätsstandards und Workforce-Training. Bereits im März hatte er angekündigt, dass Antragsteller ohne ausreichende Designkapazität aus dem Programm aussortiert werden könnten; an dieser Unzufriedenheit hat sich laut Bericht nichts geändert.
Für deutsche und europäische Leiterplatten- und Bestückungshersteller ergeben sich daraus zwei konkrete Bezugspunkte: Erstens verschiebt die ECMS-Förderung die indische Position über die Endmontage hinaus in Komponenten, Materialien und Fertigungsequipment – also genau jene Wertschöpfungsstufen, in denen auch hiesige Hersteller aktiv sind. Zweitens setzt die explizit eingeforderte Six-Sigma-Erwartung einen messtechnischen Standard, der in Audits und Submissionen als Bewertungsgrundlage für importierte Substrate und Baugruppen herangezogen wird.
Beobachtungsfelder
Der Hochlauf der Kaynes-Circuits-Anlage in Chennai. Die Marktreife der indischen Capital-Goods-Investitionen, insbesondere in Ätz- und Laminiertechnik. Sowie die Frage, ob die wiederholt angemahnten Design- und Lieferkettenverpflichtungen in eine formale Sanktionsmechanik überführt werden. Vaishnaws Hinweis auf Aussortierung ist bislang eine politische Ankündigung, kein festgeschriebenes Programm-Kriterium.