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Worldwide PCB shortage set to increase electronics and device prices

Wie internationale Wirtschaftsberichte aktuell übereinstimmend feststellen – darunter NewsBytes und The Economic Times – trifft eine globale Knappheit bei Leiterplatten die Elektronikfertigung an…

Worldwide PCB shortage set to increase electronics and device prices

Wenn binnen eines Jahres Epoxidharz um rund 70 Prozent und Kupferfolie um über 30 Prozent teurer werden, ist die schöne Erzählung von der stabilen Lieferkette endgültig Makulatur. Wie internationale Wirtschaftsberichte aktuell übereinstimmend feststellen – darunter NewsBytes und The Economic Times – trifft eine globale Knappheit bei Leiterplatten die Elektronikfertigung an ihrer empfindlichsten Stelle. Globale PCB-Zulieferer haben ihre Listenpreise bereits um mehr als 20 Prozent angehoben – für Einkäufer und EMS-Verantwortliche in Europa ist das die Quittung für das jahrelange Vertrauen auf ungeprüfte Hersteller-Versprechen.

Die zwei Treiber – und was als Nächstes kommt

Die Knappheit hat zwei klar benennbare Verursacher, und beide sind nicht neu. Der Boom bei KI-Servern frisst massive Mengen an High-End-PCBs, während die geopolitischen Spannungen in Westasien die Versorgung mit Spezialchemie empfindlich stören. Laut Angaben von Syrma SGS Technology war Saudi-Arabien bislang die dominierende Quelle für eine bestimmte Spezialchemikalie, die nun durch den Konflikt in der Lieferkette fehlt. Man muss kein Prophet sein, um die nächste Stufe der Eskalation zu benennen: Wenn Kupfer- und Harz-Preise weiter so laufen, werden EMS-Dienstleister in Europa die Mehrkosten nicht mehr vollständig schlucken können – die Frage ist nicht ob, sondern wann sie an ihre OEM-Kunden weiterreichen. Wer jetzt noch mit „Sonderkonditionen" aus 2024 plant, rechnet ohne die Fabrik.

Indien baut auf – und Europa schaut zu

Interessant wird die Reaktion Indiens. Unter dem Electronics Components Manufacturing Scheme (ECMS) haben Unternehmen Investitionen von über 15.000 Crore INR zugesagt. Syrma SGS baut ein neues PCB-Werk – der Probebetrieb ist erst für Anfang 2027 geplant, die volle Kapazität erst im Geschäftsjahr 2028/29. Die Kehrseite: Lokale Hersteller bleiben bei Fotolacken auf Importe angewiesen, bei vielen Prozesschemikalien liegt die heimische Kapazität nur zwischen 20 und 40 Prozent. Selbst Wipro und Syrma SGS arbeiten erst am Aufbau lokaler Fertigung für Copper Clad Laminates. Was Indien hier in Jahren aufzubauen versucht, ist genau das, was in Europa seit Jahren versäumt wurde – eine ernsthafte Rohstoff- und Vorproduktstrategie jenseits von Pressemitteilungen.

Worauf die Beschaffung jetzt achten muss

Drei Indikatoren verdienen ab sofort die volle Aufmerksamkeit der Einkaufsabteilung. Erstens die Verfügbarkeit bromarmer Epoxidharze und Kupferfolie – wer hier keinen Zweitlieferanten in der Kartei hat, steht beim nächsten Engpass ohne Werkzeug da. Zweitens die Preisanpassungsklauseln in laufenden PCB-Rahmenverträgen – sind diese offen genug formuliert, um eine Eskalation sauber weiterzureichen, ohne gleich den Kunden zu verlieren? Drittens die tatsächliche Inbetriebnahme der angekündigten neuen Kapazitäten in Asien, denn davon hängt ab, wie lange der aktuelle Druck anhält. Die scharfe Wahrheit bleibt: Die Zeiten, in denen ein Einkäufer die Leiterplatte als „Commodity" im Rücken hatte, sind gerade mit Ansage vorbei. Jetzt entscheidet sich, wer seine Lieferantenkartei in den letzten zwölf Monaten strategisch aufgebaut hat – und wer weiter auf den großen Katalog vertraut hat.