Meldung

VITA 91 als Brückentechnologie für kommende Hochleistungs-Module

Diese Architektur, berichtet das Fachmagazin Electronic Design, ist ab sofort verfügbar und wird bereits eingesetzt.

VITA 91 als Brückentechnologie für kommende Hochleistungs-Module

Wenn die nächste Generation OpenVPX überrollt – und wir schon heute praxisnahe Lösungen brauchen

Viele von uns stehen vor einem ähnlichen Dilemma: Unsere aktuellen High-Performance-Systeme, oft auf OpenVPX basierend, stoßen an ihre Grenzen. Besonders im Bereich der Verteidigungselektronik, bei C5ISR-Systemen, aber auch in aufstrebenden Bereichen wie Quantencomputing oder großen KI-Beschleunigern, wächst der Bedarf an massiv erhöhter Bandbreite in beengtem Bauraum. Das verspricht zwar die kommende VITA 100-Spezifikation mit einer achtfachen Leistung gegenüber OpenVPX, doch der Weg dorthin ist noch lang. Die gute Nachricht: Es gibt bereits eine praxistaugliche Brücke zur Erfahrung mit diesen zukünftigen Anforderungen.

VITA 91: Die doppelte Bandbreite als Vorbereitungskurs

Diese Brücke heißt VITA 91. Diese Architektur, berichtet das Fachmagazin Electronic Design, ist ab sofort verfügbar und wird bereits eingesetzt. Der Clou: VITA 91 nutzt denselben Double-Density-Steckverbinder, der später auch für VITA 100 vorgesehen ist, und liefert bereits heute Datenraten von bis zu 56 Gb/s über das Backplane – das verdoppelt die Bandbreite von OpenVPX. Damit erhalten wir nicht nur mehr Pins für Switching und I/O, sondern vor allem wertvolle Praxiserfahrung. Der Entwicklungssprozess für ein System mit diesen hohen Geschwindigkeiten bringt ganz eigene Herausforderungen mit sich, von der Stecker-Belegung bis zur sauberen Signalführung. VITA 91 ist also mehr als nur eine Zwischenstufe; es ist ein unabdingbarer Vorbereitungskurs für die Integration künftiger VITA 100-Systeme.

Signale sauber halten: Eine unverzichtbare Übung bei 56 Gbaud/s

Besonders bei diesen neuen Geschwindigkeiten rückt eine Disziplin in den absoluten Vordergrund, die wir manchmal vernachlässigen: die rigorose Signal-Integritätsanalyse. Bei 56 Gbaud/s oder einer gebündelten Datenrate von 200 GbE über mehrere Lanes ist es unerlässlich, umfassende Studien durchzuführen. Dazu gehören Parameter-Analysen (S-Parameter), das Betrachten von Eye-Diagrammen und die sorgfältige Überprüfung der gesamten Signalkette. Hier liegt das Potenzial für typische Design-Dilemmas: Ein unsauberes Eye-Diagramm kann zu sporadischen Fehlern führen, die in der Integration schwer zu finden sind. Beginnen wir also bereits bei der Backplane-Planung mit diesen Analysen, gewinnen wir nicht nur ein funktionierendes System, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Komplexität, die auf uns zukommt.

Die Nachricht ist also ermutigend: Wir müssen nicht warten, bis VITA 100 vollständig spezifiziert ist. Mit VITA 91 haben wir heute schon ein Werkzeug in der Hand, um unsere Routing-Strategien für mehr Pins und höhere Geschwindigkeiten zu schärfen, unsere Signal-Integritätschecks zu verfeinern und uns praxisnah auf die nächste Stufe der Hochleistungselektronik vorzubereiten. Achten Sie bei Ihrem nächsten Design mit erhöhtem Bandbreitenbedarf darauf, ob nicht ein Blick auf die Double-Density-Stecker und die Möglichkeiten von VITA 91 die smartere Entscheidung ist.