LED-Leiterplatten: Die besten Substrate für Kühlung im Vergleich

Drei Watt auf einem Quadratmillimeter Chipfläche, dazu ein enges Gehäuse ohne aktive Lüftung – wer eine Hochleistungs-LED auf einer Standard-FR4-Platine verbauen will, lernt die Physik sehr schnell kennen.

LED-Leiterplatten: Die besten Substrate für Kühlung im Vergleich

Im Bestückungs-Test leuchtet die LED noch brav, aber nach wenigen Minuten steigt die Sperrschichttemperatur, der Lichtstrom sinkt, und der vermeintlich preiswerte Aufbau verschiebt seine Spezifikation thermisch soweit nach unten, dass die Lebensdauerrechnung des Herstellers Makulatur ist. Genau an dieser Stelle entscheidet das Substrat über Erfolg oder Misserfolg des Designs. Wir schauen uns deshalb gemeinsam an, welche Materialien wirklich entlasten, wo die Marketing-Versprechen aufhören und die Physik anfängt – und welche Lösung zu welcher LED-Anwendung tatsächlich passt.

Die thermische Barriere: Warum Standard-FR4 bei Hochleistungs-LEDs an Grenzen stößt

Beginnen wir dort, wo viele Layouts tatsächlich entstehen: im CAD, mit dem gewohnten FR4-Stackup, mit Footprint, Lötstopplack und Bestückungsdruck im Default-Profil. Standard-FR4 ist ein fantastischer Allrounder, kein Zweifel – aber in Sachen Wärmeleitfähigkeit bewegt sich das Basismaterial in einem Bereich von rund 0,2 bis 0,5 W/mK. Das ist im Grunde genommen die Wärmeisolation eines guten Schaumstoffs, nur eben laminiert zwischen Kupferlagen. Bei einer kleinen SMD-LED mit 20 mA ist das völlig unkritisch, weil die Verlustleistung im Milliwatt-Bereich liegt und die Sperrschicht sich über die Kupferpads und die Lötstelle an die umgebende Luft koppelt. Sobald wir aber in den High-Power-Bereich gehen – COB-LEDs, UV-Curing-Module, Automotive-Scheinwerfer, Horticulture-Cluster – landen wir schnell bei mehreren Watt pro Quadratmillimeter, und genau dort wird FR4 zur thermischen Barriere.

Die Konsequenz zeigt sich nicht im DRC, sondern im realen Betrieb. Eine Junction-Temperatur, die statt der spezifizierten 85 °C bei 120 °C oder höher läuft, bedeutet laut Arrhenius-Modell eine Halbierung der Lebensdauer pro zehn Grad Temperaturhub. Wer also mit FR4 eine LED betreibt, die laut Datenblatt 50.000 Stunden halten soll, sieht unter Umständen nach 25.000 Stunden die ersten Totalausfälle – ohne dass am Layout formal etwas falsch gewesen wäre. Das ist kein Fertiger-Verschulden, sondern eine physikalische Eigenschaft des Substrats.

Häufig höre ich im Review den Einwand: "Dann packen wir eben einen Kühlkörper drauf." Grundsätzlich richtig, aber Kühlkörper können nur die Wärme abführen, die den Footprint auch erreicht. Solange zwischen Chip und Kühlkörper eine 1,6 mm dicke FR4-Schicht mit 0,3 W/mK sitzt, ist der Pfad thermisch gesehen ein Nadelöhr. Die Wärme staut sich am Die, nicht am Heat-Spreader. Aus dieser Erkenntnis heraus haben die Basismaterialhersteller zwei sehr unterschiedliche Antworten entwickelt: mineralisch gefülltes "Thermal FR4" für moderate Verbesserungen im gewohnten Stackup, und vollständig andere Substratklassen wie IMS oder Keramik für Anwendungen, bei denen Wärme nicht mehr toleriert wird, sondern weg muss.

Wer FR4 mit Kühlkörper kombiniert, ohne den thermischen Pfad dazwischen zu prüfen, optimiert das Ende einer Wärmekette, deren Engpass am Anfang liegt.

Thermal FR4 als Zwischenlösung: Mineralische Füllstoffe und ihre Grenzen

Wenn Stackup, Fertigungsprozess und CAM-Daten unverändert bleiben sollen, ist Thermal FR4 der erste sinnvolle Schritt. Diese Materialklasse nutzt mineralische Füllstoffe – meist Aluminiumoxid oder Bornitrid – um die Wärmeleitfähigkeit des Laminats deutlich anzuheben. In der Praxis bewegen wir uns dabei im Bereich von etwa 2,2 bis 3,2 W/mK, je nach Füllgrad und Prepreg-Aufbau. Das ist rund sechs- bis zehnmal mehr als beim Standard-FR4 und für viele mittlere LED-Klassen bereits ausreichend.

Im Layout ändert sich für uns zunächst wenig: Wir zeichnen weiterhin im bekannten CAD-System, die Footprint-Bibliothek bleibt dieselbe, und auch der Lötstopplack verhält sich identisch. Was sich ändert, ist das CAM-Profile: Thermal FR4 verlangt oft angepasste Fräs- und Bohrraten, weil die Füllstoffe die Werkzeuge stärker beanspruchen, und die Anbindung an Thermal Vias wird plötzlich wirksam, weil das Substrat die Wärme jetzt auch lateral verteilt statt nur in Z-Richtung zu isolieren.

Wirklich ehrlich müssen wir an dieser Stelle aber die Grenzen ansprechen. Thermal FR4 ist und bleibt ein Dielektrikum auf Epoxid-Basis. Die Verbesserung gegenüber Standard-FR4 ist signifikant, aber der Wärmestrom trifft irgendwann wieder auf die Außenlagen oder den Kühlkörper – und der Übergang vom Harz zum Metall oder zur Luft bleibt der begrenzende Faktor. Bei einer High-Power-LED mit 10 W auf engem Raum, oder in Anwendungen mit dauerhaft hoher Umgebungstemperatur, kommen wir mit dieser Klasse an eine deutliche Wand. Wer im Datenblatt des LED-Herstellers ein Wärmemanagement-Konzept mit Rth unter 1 K/W pro Watt findet, ist mit Thermal FR4 allein unterversorgt.

IMS-Leiterplatten: Aufbau und thermische Performance von Aluminium- und Kupferkernen

Der konsequente nächste Schritt ist die Insulated Metal Substrate – kurz IMS. Diese Klasse trennt sich gedanklich komplett vom klassischen FR4-Stackup, denn die Kupferleiterbahn liegt hier auf einer dünnen Isolationsschicht – typisch 38 bis 100 µm dick –, die wiederum direkt auf einen Metallträger aus Aluminium oder Kupfer laminiert ist. Die elektrische Verbindung wird also gegen die mechanische und thermische Masse getauscht, und genau dieser Metallkern ist der Clou: Er wirkt wie ein flächiger Kühlkörper, der unter dem gesamten LED-Array sitzt und die Wärme nicht nur punktuell, sondern über die ganze Platinenfläche verteilt.

Aluminium-IMS: Der pragmatische Standard

Aluminium-IMS ist die Variante, die wir in der überwiegenden Mehrzahl der LED-Projekte sehen, und das aus gutem Grund. Aluminium ist mit einer Wärmeleitfähigkeit von etwa 140 bis 200 W/mK nicht nur thermisch leistungsfähig, sondern auch leicht, gut zu bearbeiten und im Vergleich zu Kupfer erheblich günstiger. Im Layoutalltag bedeutet das: Wir zeichnen weiterhin Kupferlagen, aber die Footprints orientieren sich an der Single-Layer-Topologie, weil das Substrat unterhalb der Dielektrikumsschicht eine geschlossene Massefläche bildet, die wir für die thermische Entlastung nutzen.

Achten Sie beim Routing darauf, dass das Top-Copper die Wärmequelle möglichst großflächig kontaktiert. Bei einer typischen COB-LED heißt das: Thermal Pads mit möglichst wenig Restring, aber so groß, dass die Wärme ohne Engstellen ins Kupfer geleitet wird. Was viele Anfänger unterschätzen: Auch die Lötstopplack-Öffnung beeinflusst die thermische Performance, weil Lötstopplack zwar elektrisch isoliert, aber thermisch zusätzlich bremst. Eine zu kleine Lötstopplack-Öffnung über dem Thermal Pad reduziert die effektive Kontaktfläche spürbar.

Kupfer-IMS: Maximale metallische Entwärmung

Wo Aluminium an seine physikalischen Grenzen stößt, beginnt die Klasse der Kupfer-IMS-Substrate. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von rund 380 bis 400 W/mK erreicht Kupfer in etwa das Doppelte bis Dreifache von Aluminium und bleibt damit deutlich unter den Werten von Aluminiumnitrid-Keramik, aber im metallischen Bereich konkurrenzlos. In Anwendungen mit sehr hoher Leistungsdichte – etwa Laserdioden-Treiber, Hochleistungs-UV-LEDs für die Aushärtung, oder Power-LED-Cluster mit mehreren hundert Watt – ist Kupfer-IMS oft die wirtschaftlich sinnvollste Lösung, bevor man in den Keramik-Bereich geht.

Die Kehrseite steht allerdings im Datenblatt und in der Kalkulation: Kupfer-IMS-Platinen sind je nach Ausführung etwa fünf- bis zehnmal teurer als FR4 oder Aluminium-IMS, und das Gewicht steigt durch den Kupferkern erheblich. Wer ein leichtes Design mit kleinem Budget baut, ist mit Kupfer-IMS falsch beraten. Für stationäre Industrieanwendungen, bei denen jedes Watt Kühlleistung zählt und das Gewicht eine untergeordnete Rolle spielt, ist die Rechnung dagegen einfach aufzumachen.

Dielektrikum als versteckte Variable

Was bei beiden IMS-Varianten oft übersehen wird, ist das Dielektrikum zwischen Kupferfolie und Metallkern. Es muss elektrisch isolieren und gleichzeitig thermisch den Wärmestrom leiten – zwei Anforderungen, die sich physikalisch widersprechen. Die Hersteller lösen diesen Spagat mit keramikgefüllten Epoxid-Formulierungen, deren Wärmeleitfähigkeit je nach Typ zwischen etwa 1,0 und 8,0 W/mK liegt. Das heißt: Ein dünnes Dielektrikum mit hoher Wärmeleitfähigkeit schlägt ein dickes Dielektrikum mit niedriger Wärmeleitfähigkeit fast immer. Wer also über das IMS-Stackup verhandelt, sollte nicht nur den Metallkern, sondern auch das Dielektrikumsprofil mit Blick auf den Datenblattwert des Herstellers prüfen.

ParameterAluminium-IMSKupfer-IMSKeramik Al2O3Keramik AlN
Wärmeleitfähigkeit Substrat140–200 W/mK380–400 W/mK24–30 W/mK150–230 W/mK
Typische Aufbau-Dicke0,8–3,2 mm1,0–3,2 mm0,25–1,5 mm0,25–1,5 mm
Relative Kosten vs. FR4ca. 2–4×ca. 5–10×ca. 8–20×ca. 20–60×
Gewichtleichtsehr schwermittelmittel
Layout-Mehrlagigkeiteinseitig dominanteinseitig dominanteinseitigeinseitig
Fertigungsprozess im HausetabliertetabliertSpezialfertigungSpezialfertigung

Keramische Substrate: Maximale Entwärmung durch Al2O3 und AlN

Wer die physikalische Obergrenze sucht, landet unweigerlich bei keramischen Leiterplatten. Hier ist das Substrat selbst der Wärmeleiter, und das mit beeindruckenden Werten. Aluminiumoxid, in der Branche Al2O3, erreicht rund 24 bis 30 W/mK – das klingt im ersten Moment nach weniger als Aluminium-IMS, aber die Keramik lässt sich als monolithischer Körper ohne Dielektrikumsschicht direkt mit dem Die verbinden. Der Wärmepfad ist damit extrem kurz, und die laterale Wärmeverteilung in der Keramik selbst hilft zusätzlich, Hotspots zu glätten.

Aluminiumnitrid, kurz AlN, spielt noch eine Klasse höher. Mit Wärmeleitfähigkeiten von 150 bis über 200 W/mK – je nach Reinheit und Sinterqualität – bewegt sich AlN in Bereichen, die sonst nur Metallen vorbehalten sind, und übertrifft sie in vielen LED-Anwendungen sogar, weil die thermische Anbindung an den Die ohne zusätzliche Dielektrikumsschicht deutlich direkter ist. In UV-LEDs, Laserdioden oder High-Power-COBs für Spezialbeleuchtung ist AlN heute der Gold-Standard, weil sich Junction-Temperaturen realisieren lassen, die mit Aluminium-IMS oder Kupfer-IMS nur mit sehr großem Aufwand erreichbar wären.

Der Haken liegt – Sie ahnen es – in der Verarbeitung. Keramische Substrate werden nicht im klassischen FR4-Prozess gefertigt. Sie verlangen andere Bohrer, andere Sägeverfahren, häufig Direktkupfer-Bonding statt geätzter Leiterbahnen, und in der CAM-Vorbereitung einen sehr viel genaueren Blick auf Schrumpf und Toleranzen. Für Entwickler, die gewohnt sind, in einem breiten Fertiger-Ökosystem zu arbeiten, bedeutet das eine kleinere Auswahl an spezialisierten Herstellern und längere Lieferzeiten. Auch preislich liegen Keramiken deutlich über den IMS-Varianten: Al2O3 bewegt sich etwa um den Faktor 8 bis 20 gegenüber FR4, AlN nochmals darüber. Diese Investition lohnt sich nur, wenn die thermische Spezifikation tatsächlich Keramik erfordert – und nicht etwa, weil sie im Datenblatt "schöner" aussieht.

Keramik kauft man nicht für das Marketing, sondern für die Junction-Temperatur, die anders nicht zu halten ist.

Strategien zur thermischen Optimierung: Thermal Vias und Filled & Capped-Technologien

Bevor wir zum Material-Sprung greifen, lohnt sich ein Blick auf das, was wir auf jeder Substratklasse zusätzlich tun können. Thermal Vias sind kupferbeschichtete Durchkontaktierungen, die Wärme von der Top-Layer in innere Lagen oder zur Bottom-Layer leiten. In der Standardausführung sind das einfach Vias im Thermal Pad, oft in einem dichten Array angeordnet. Die Wirkung ist beachtlich, weil Kupfer mit seinen rund 400 W/mK ein hervorragender Wärmeleiter ist und jeder Via einen vertikalen Pfad durch das sonst isolierende Dielektrikum bohrt.

Die Königsdisziplin ist "Filled & Capped", also das Füllen der Vias mit Epoxid und das anschließende Überplattieren mit Kupfer. In dieser Bauform können wir die Via-Öffnung im Footprint nutzen, um die Wärme direkt aus dem Die-Pad durch das gefüllte Via in die Innenlagen oder die Bottom-Seite zu leiten, ohne dass die Via-Vertiefung die Bestückung behindert oder Lufteinschlüsse den Wärmeübergang verschlechtern. In der Bestückung sehen wir dann eine plane Oberfläche, die sich automatisch weiterverarbeiten lässt – ein erheblicher Vorteil, weil viele LED-Footprints ohnehin eine Via-in-Pad-Topologie verlangen.

Im Layoutalltag heißt das: Beim Footprint-Design nicht nur die elektrischen Vias zeichnen, sondern die thermische Via-Anbindung gleich mitdenken. Achten Sie beim Routing darauf, dass die Via-Anordnung im Thermal Pad nicht mit Signal-Leitungen kollidiert, dass die Lötstopplack-Brücke zwischen den Vias die elektrische Isolation weiterhin garantiert, und dass die Anzahl der Vias tatsächlich zur Verlustleistung passt. Drei Vias unter einer 1-W-LED sind Placebo; zwanzig Vias unter einem COB-Array sind Standard. Die Faustregel: Ein Thermal Via kann grob zwischen 0,5 und 2 Watt je nach Kupferquerschnitt und Stackup ableiten – aber diese Zahl variiert mit jedem Fertiger, also lieber einmal zu viel messen als zu wenig rechnen.

Welche Leiterplatte für welche LED – das pragmatische Urteil

Am Ende jeder Material-Diskussion steht die Frage: Was nehmen wir denn nun wirklich? Aus der Review-Praxis lässt sich das recht klar beantworten. Für Standard-LEDs mit niedriger Verlustleistung – Status-LEDs, Anzeigen, einfache Beleuchtungsstreifen – bleibt FR4 die wirtschaftlichste und prozesstechnisch einfachste Lösung. Hier lohnt sich der Material-Sprung nicht. Sobald die LED-Klasse steigt und Thermal FR4 in Erwägung kommt, ist die Grenze bei etwa 1 bis 2 W pro LED-Chip erreicht, danach wird die Verbesserung spürbar, aber noch nicht spektakulär.

Der eigentliche Sprung passiert mit IMS. Für die meisten industriellen LED-Anwendungen – Straßenbeleuchtung, Maschinen- und Hallenbeleuchtung, Automotive-Interieur, Medizingeräteanzeigen – ist Aluminium-IMS die richtige Wahl, weil es die thermische Last kontrolliert abführt, im Fertigungsprozess robust ist und preislich im Rahmen bleibt. Kupfer-IMS ist dann das Material der Wahl, wenn entweder die Leistungsdichte extrem hoch ist oder das thermische Budget so knapp ausfällt, dass jedes Grad zählt. In diesen Fällen zahlt sich der Mehrpreis fast immer aus, weil die Lebensdauerrechnung die Investition binnen weniger Monate amortisiert.

Keramik bleibt die Spezialklasse. Al2O3 ist sinnvoll, wenn die LED-Anwendung thermisch über das hinausgeht, was IMS leisten kann, aber die Budgets nicht in den AlN-Bereich gehen sollen. AlN ist die Lösung für Anwendungen, bei denen Junction-Temperaturen unter 80 °C trotz hoher Bestromung gefordert sind – UV-Curing, Laserdioden, High-End-COBs in der Medizintechnik. Hier ist der Aufpreis physikalisch begründet und nicht zu verhandeln.

Unterm Strich gilt: Die thermische Spezifikation kommt aus dem Datenblatt der LED und aus der Anwendung, nicht aus dem Katalog eines Basismateriallieferanten. Wenn Sie beim Layout-Review die Junction-Temperatur, die Bestromung und die Umgebungstemperatur kennen, führt der Weg meistens zwingend auf eine der genannten Klassen. FR4 ohne Thermal Vias ist bei High-Power-LEDs keine Designentscheidung, sondern ein Wartungsfall – und genau dort, liebe Kolleginnen und Kollegen, beginnen wir im nächsten Review lieber früher als später mit dem Materialgespräch.

Häufige Fragen

Warum ist Standard-FR4 für High-Power-LEDs problematisch?
Standard-FR4 besitzt eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit von nur 0,2 bis 0,5 W/mK, was wie eine thermische Isolation wirkt und zu einer Überhitzung der LED-Sperrschicht führt.
Was ist der Vorteil von Aluminium-IMS gegenüber FR4?
Aluminium-IMS nutzt einen Metallkern, der als flächiger Kühlkörper fungiert und die Wärme nicht nur punktuell, sondern über die gesamte Platinenfläche verteilt.
Wann sollte man sich für Kupfer-IMS entscheiden?
Kupfer-IMS ist bei sehr hoher Leistungsdichte sinnvoll, da es eine etwa zwei- bis dreifach höhere Wärmeleitfähigkeit als Aluminium aufweist, allerdings bei deutlich höheren Kosten und höherem Gewicht.
Was unterscheidet keramische Substrate von IMS-Platinen?
Keramische Substrate benötigen keine zusätzliche Dielektrikumsschicht, da das Substrat selbst der Wärmeleiter ist, was einen extrem kurzen und effizienten Wärmepfad ermöglicht.
Wie können Thermal Vias die Kühlung auf Standard-Platinen verbessern?
Thermal Vias sind kupferbeschichtete Durchkontaktierungen, die einen vertikalen Wärmepfad durch das isolierende Dielektrikum schaffen und so die Wärme von der Oberseite in tiefere Lagen leiten.