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Hochfrequenz- und Multilayer-Leiterplatten: Worauf es beim Design-Stack-up wirklich ankommt

Wie Stock Titan berichtet, ist TTM Technologies in dieser Woche auf der electronica India 2026 in Bangalore mit einem Messeauftritt gestartet und zeigt dort sein Portfolio an hochzuverlässigen…

Hochfrequenz- und Multilayer-Leiterplatten: Worauf es beim Design-Stack-up wirklich ankommt

Wie Stock Titan berichtet, ist TTM Technologies in dieser Woche auf der electronica India 2026 in Bangalore mit einem Messeauftritt gestartet und zeigt dort sein Portfolio an hochzuverlässigen Hochfrequenz-, Substrat- und Multilayer-Leiterplatten für Industrie und Telekommunikation. Für uns als Layout-Praktiker in Deutschland ist das weniger eine reine Indien-Meldung als ein guter Anlass, den eigenen Stack-up und die Lieferantenkommunikation kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Worauf wir bei HF- und Substrat-Boards jetzt achten sollten

Drei Schlagworte stehen im Mittelpunkt des Auftritts: Hochfrequenz, Substrate und Multilayer. Alles drei sind Themen, bei denen im Routing-Alltag vieles schiefgehen kann, wenn Materialdaten und Stack-up nicht sauber zusammenpassen. Achten Sie beim Blick auf solche Lieferanten-Portfolios deshalb weniger auf Marketing-Floskeln und mehr auf drei konkrete Punkte: Sind Dk und Df über den relevanten Frequenz- und Temperaturbereich dokumentiert? Gibt es belastbare Angaben zur Lagenanzahl, zu Prepreg-Typen, Kerndicken und Kupfer-Endstärken? Und sind die Via-Strukturen – gestapelt, versetzt, gefüllt – bereits auf Ihr Design abgestimmt oder werden die erst beim Fertiger mehr schlecht als recht „gelöst"?

Gerade bei HF-Boards entscheidet sich an der Impedanzführung und an der Footprint-Geometrie, ob das Layout später reproduzierbar fertigbar ist. Wer das Stack-up vor dem ersten Routing-Termin mit dem Hersteller abklopft, vermeidet Diskussionen beim Bestückungsdruck und an der Lötstopplack-Kante. Die Meldung aus Bangalore ist also durchaus ein Grund, das eigene Datenblatt mal wieder hervorzuholen – gerade weil solche Material-Updates erfahrungsgemäß still und leise in der Revision stehen.

Messe als Stimmungsbarometer – auch ohne Flug nach Bangalore

Neben TTM ist auf der electronica India weitere Bewegung sichtbar: LUXROBO stellt nach Angaben von Morningstar seine KI-gestützte Design-Automatisierungsplattform MODI Factory vor, die sich als Erweiterung in Altium Designer integriert und automatisierte Platzierung sowie Entflechtung verspricht. Rashi Semiconductor Solutions zeigt nach Informationen von TimesTech Embedded- und Halbleitertechnologien auf der Messe.

Für uns bedeutet das zusammengenommen: Die Lieferanten- und Tool-Landschaft verschiebt sich weiter in Richtung Hochintegration – Hardware näher am Chip, Software stärker im CAD-Workflow. Vollautomatisch geroutete Layouts bleiben in der Praxis allerdings empfindlich; eine KI-Platzierung muss zu Ihrer Baugruppenhöhe passen, thermische Kupferflächen respektieren und die Via-Tapferkeit pro Lagentausch nicht überreizen. Wer ohnehin über einen Tool-Wechsel, neue Substrate oder einen zusätzlichen Fertigungspartner nachdenkt, kann die Messe als Stimmungsbarometer nutzen, ohne selbst nach Indien zu reisen. Die Application Notes der Aussteller sind in der Regel kurz danach online verfügbar und liefern oft mehr Substanz als die Pressemitteilung selbst.