Effizientes Wärmemanagement und Power-Design für moderne Leiterplatten
Genau an dieser Stelle setzt der Fachkongress Power of Electronics im September 2026 an – laut Elektroniknet stehen fertigungsgerechte Leiterplattenauslegung, Wärmemanagement und Power-Design im…

Wenn die Wärme das Layout entscheidet: Was uns die Power of Electronics 2026 mitgibt
Wer in den letzten Wochen ein Layout mit steigender Verlustleistung durchgerechnet hat, kennt das Kribbeln: Je dichter wir die Bauteile packen, desto schneller landen wir bei thermischen Grenzfällen, die sich nicht mehr mit einem dickeren Lötstopplack oder einem zusätzlichen Vias lösen lassen. Genau an dieser Stelle setzt der Fachkongress Power of Electronics im September 2026 an – laut Elektroniknet stehen fertigungsgerechte Leiterplattenauslegung, Wärmemanagement und Power-Design im Mittelpunkt des Programms.
Thermische Praxis statt Thermik-Vorlesung
Schön, dass die Agenda nicht bei der Theorie stehen bleibt. Wer im Routing-Alltag mit Mehrlagen-Aufbauten und gemischten Materialien arbeitet, braucht keine Wiederholung der Wärmelehre aus dem Studium, sondern Antworten auf konkrete Fragen: Wann reicht ein Kupfer-Inlay im Inneren des Stapels, und wann brauchen wir dickes Kupfer in den Außenlagen? Wie verteilen wir Masseflächen, damit Hotspots nicht unter BGA-Bereichen wandern, sondern gezielt in Kühlkörper-Pads abgeführt werden? Solche Entscheidungen treffen wir täglich – und genau dort zählt jeder Zehntelmillimeter Kupferdicke.
Wir sehen das in unserer eigenen Review-Praxis immer wieder: Ein vermeintlich sauberer Stack-up scheitert im Thermal-Sim, weil die Wärme nicht den kürzesten Weg zur nächsten Wärmesenke findet. Achten Sie beim Routing deshalb frühzeitig darauf, thermische Pfade als gleichwertige Designobjekte zu behandeln – nicht erst, wenn die ersten DRC-Meldungen aus der Simulation zurückkommen.
Digitaler Produktpass: Was das für die Leiterplatte bedeutet
Neben dem Wärmemanagement rückt laut Kongressankündigung die Umsetzung des Digitalen Produktpasses für elektronische Baugruppen in den Fokus. Für uns als Layout-Entwicklerinnen und -Entwickler heißt das: Wir müssen künftig dokumentieren, was wir ohnehin schon im Kopf haben – aber bitteschön in einer Form, die auch die Bestückung, den Lebenszyklus und das Recycling ablesen können. Das klingt nach Bürokratie, ist in Wahrheit aber eine Chance. Wenn wir Materialangaben, Schichtaufbau und Trace-Geometrie sauber parametrisieren, erleichtern wir nicht nur die Compliance, sondern auch das eigene DFM-Review beim nächsten Redesign.
Was wir vom Kongress mitnehmen sollten
Wenn Sie im September die Gelegenheit haben, lohnt sich der Blick auf die Agenda mit einer konkreten Checkliste: Welche der gezeigten thermischen Lösungsansätze lassen sich direkt in unseren nächsten Stack-up übertragen? Welche Anforderungen des Digitalen Produktpasses treffen unsere bestehende Footprint-Bibliothek – und wo müssen wir nachschärfen? Und nicht zuletzt: Welche typischen Fehler aus der Community sehen wir in unseren eigenen Projekten wieder?
Nehmen Sie ein aktuelles, thermisch kritisches Layout mit in den Kopf – nicht als Datei, sondern als Erinnerung daran, wo Sie selbst gerade an Grenzen stoßen. Die spannendsten Erkenntnisse entstehen nämlich erfahrungsgemäß nicht in den Vorträgen, sondern in den Kaffeepausen, wenn jemand sagt: „Das hatten wir auch – und so haben wir es gelöst."