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Cicor verzeichnet deutliches Auftragsplus und positive organische Entwicklung

Nach Angaben von EQS News stieg der Auftragseingang der Cicor Group im ersten Halbjahr 2026 um 39,8 % auf 399,8 Mio. CHF. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,2 und damit im fünften Quartal in Folge über eins.

Cicor verzeichnet deutliches Auftragsplus und positive organische Entwicklung

Für Leiterplatten- und Elektronikfertiger ist nicht der Umsatzanstieg allein relevant, sondern die Kombination aus Auftragsdeckung, Kapazitätsverschiebungen und weiter bestehenden Engpässen bei Komponenten.

Auftragsbestand vor Umsatz

Cicor meldet für das erste Halbjahr einen Umsatz von 334,1 Mio. CHF. Das entspricht einem Plus von 19 % gegenüber 280,7 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang lag mit 399,8 Mio. CHF über dem Umsatz. Daraus folgt ein Book-to-Bill von 1,2.

Dieser Wert ist kein Qualitätsnachweis für einzelne Fertigungsstandorte, Substrate oder Multilayer-Aufbauten. Er zeigt jedoch eine belastbare Differenz zwischen neu gebuchten Aufträgen und abgearbeiteter Leistung. Für Beschaffung, Leiterplattenfertigung und Bestückung erhöht das die Relevanz von Durchlaufzeit, Materialfreigabe und Kapazitätsabsicherung.

Das ausgewiesene Umsatzwachstum stammt primär aus der M&A-Strategie. Deren Beitrag betrug 22,8 %. Wechselkurseffekte aus der Abwertung von GBP, EUR und USD gegenüber dem Schweizer Franken reduzierten das berichtete Wachstum um 3,8 %. Organisch lag Cicor im Halbjahr bei 0 %. Erst im zweiten Quartal erreichte das organische Wachstum wieder 5,3 %.

Engpass bleibt ein Fertigungsparameter

Cicor nennt Einschränkungen in der Lieferkette und begrenzte Komponentenverfügbarkeit als Belastung im ersten Quartal. Diese Ursache ist für die Leiterplattenpraxis entscheidend: Ein freigegebenes Layout und verfügbare Basismaterialien reichen nicht aus, wenn die Komponentenlage Bestückung, Test oder Auslieferung stoppt.

Die operative Profitabilität wurde im Halbjahr zudem durch Produktionsverlagerungen, Kapazitätserweiterungen und Integrationsaktivitäten belastet. Der bereinigte EBITDA lag bei 28 Mio. CHF, die bereinigte EBITDA-Marge bei 8,4 %. Das im ersten Halbjahr gestartete Integrations- und Profitabilitätsprogramm sei weitgehend abgeschlossen; Cicor erwartet daraus wiederkehrende jährliche EBITDA-Verbesserungen von mehr als 10 Mio. CHF. Der vollständige Effekt wird im dritten Quartal erwartet.

Für Kunden mit starren, flexiblen oder starr-flexiblen Baugruppen ergibt sich daraus ein klarer Prüfpunkt: Nicht auf Gruppenkennzahlen abstellen. Kritisch sind standortbezogene Freigaben, Produktionsverlagerungen, Materiallisten und die reale Verfügbarkeit qualifizierter Alternativen.

A&D erhöht die Anforderungen

Der Auftragseingang wurde laut Cicor vor allem durch die Dynamik im A&D-Markt getragen. Der Umsatz dieses Bereichs stieg im ersten Halbjahr um 55 % und erreichte 28 % des Gruppenumsatzes. Cicor gewann zwei Neukunden, darunter Kongsberg; zusätzlich sicherte Cicor France eine langfristige Partnerschaft im Markt für Bahninfrastruktur. Erste Aufträge werden im Verlauf von 2026 erwartet.

Für die Fertigung bedeutet ein höherer A&D-Anteil keine automatische Kapazitätsfreigabe für andere Programme. Er verschiebt vielmehr die Anforderungen an Dokumentation, Prozessstabilität und reproduzierbare Lieferketten. Entscheidend bleibt, ob Kapazitätsausbau und Produktionsverlagerungen ohne zusätzliche Fehlerbilder in Lagenaufbau, Mikrovias, Pressprozess und Endprüfung umgesetzt werden. Dazu liefert die Mitteilung keine Kennzahlen.