Meldung

China Tungsten baut Kapazitäten für PCB-Bohrwerkzeuge massiv aus

China Tungsten and HighTech Materials investiert nach Unternehmensangaben 526 Millionen Yuan in drei neue Produktionsanlagen für PCB-Bohrwerkzeuge.

China Tungsten baut Kapazitäten für PCB-Bohrwerkzeuge massiv aus

Der integrierte Wolfram-Produzent reagiert damit auf einen Halbjahresumsatz von 16,385 Milliarden Yuan sowie einen Nettogewinn von 2,076 Milliarden Yuan im ersten Halbjahr 2026. Für die europäische Leiterplattenfertigung sind die zusätzlichen Kapazitäten bei Bohr- und Fräswerkzeugen sowie die zugrunde liegende Versorgungslage bei Wolframcarbid die unmittelbar relevanten Faktoren.

Bohrgeometrie als limitierender Faktor

Die Halbleiterindustrie verzeichnet nach Angaben des Unternehmens einen Trend zu größeren und komplexeren Substraten. Höhere Lagenanzahlen und dichter gestapelte Mikrovias verschärfen die Anforderungen an Aspektverhältnis, Positioniergenauigkeit und Standzeit der eingesetzten Mikrowerkzeuge. In der Serienfertigung mehrlagiger Aufbauten werden Wandrauheit, Lochmittenabweichung und Gratbildung am Durchstich zu ausbeutebestimmenden Größen. Die geplanten Produktionslinien sollen Bohrköpfe und Mikrofräser mit engeren Toleranzfeldern liefern und damit den Prozessspielraum bei Hochlagenaufbauten und Feinstbohrungen erweitern.

Wolframcarbid-Versorgung

PCB-Bohrer bestehen überwiegend aus Wolframcarbid mit Kobalt-Bindermatrix. Rund 80 Prozent der weltweiten Wolframproduktion stammen aus China; seit dem vergangenen Jahr gelten strengere Exportkontrollen für Wolframpulver. Die Preise für Vorprodukte wie Wolframhexafluorid sind massiv gestiegen. Eine Unterbrechung der Pulverversorgung wirkt unmittelbar auf Werkzeugverfügbarkeit und Stückkosten durch. Integrierte Produzenten mit eigener Wolfram-Rohstoffbasis besitzen in dieser Konstellation einen strukturellen Vorteil gegenüber reinen Verarbeitern ohne eigene Pulverquelle. Für europäische Leiterplattenhersteller bedeutet die Konzentration der Wolfram-Wertschöpfung in China eine eingeschränkte Substitutionsbreite bei Feinstbohrern.

Beobachtungspunkte

Die praktischen Konsequenzen in Beschaffung und Fertigung lassen sich an fünf Indikatoren festmachen:

  • Inbetriebnahme und nominelle Kapazität der drei neuen Linien
  • Lieferzeiten und Stückpreise für Mikrowerkzeuge im Feinstbohrbereich
  • Standzeitdaten unter Serienbedingungen, dokumentiert über Vorschub, Spindeldrehzahl und Lagenaufbau
  • Weiterentwicklung der Exportauflagen für Wolframpulver und Konsequenzen für Wolframcarbid-Pulverpreise
  • Substitutionspotenzial durch alternative Beschichtungen oder Werkzeuggeometrien mit reduziertem Wolframcarbid-Anteil