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Leiterplatten

Vor der Einführung von Leiterplatten wurden elektronische Schaltungen frei verdrahtet, manchmal auch unter zusätzlicher Verwendung von Lötleisten. Mechanische Stützpunkte waren dabei die verschiedensten Bauteile. Je nach Hersteller bemühte man sich um übersichtlich rechtwinklige Anordnungen der Bauelemente oder wählte immer die direkte, schräge Verbindung. Da die meisten Bauelemente damals auch noch sehr groß und lang waren, konnten sie Distanzen von einigen Zentimetern überbrücken.

Geräte dieser Art waren nur von Hand und mit Kenntnis des Verdrahtungsplanes zu fertigen.

Die Leiterplatten-Vorläufer waren ab den 1920er Jahren gestanzte Leiterzüge, die auf Hartpapier genietet wurden. Bauelemente wurden ohne Lötverbindung zwischen Blechfedern getragen. Ein Wiener Elektronik-Ingenieur namens Paul Eisler, ließ sich 1943 das Prinzip der gedruckten Leiterplatte patentieren, das aber lange Zeit neben der regulären Handverdrahtung ein eher unbedeutendes Schattendasein fristete. Erst mit der zunehmenden Miniaturisierung der Elektronik nahm die Bedeutung dieser Technik zu.

In der Anfangszeit um 1940 wurden Schaltkreise auch durch Siebdrucken von Silberleitlack auf der Grundplatte hergestellt. Auf Keramiksubstrate gedruckte und eingebrannte Leiterbahnen und Widerstände werden demgegenüber unter dem Begriff Dickschichttechnik geführt.

Der „richtige“ Einsatz von Leiterplatten begann Anfang der 1950er Jahre und hat sich seitdem immer weiterentwickelt. Heutzutage enthält nahezu jedes elektronische Gerät eine oder mehrere Leiterplatten.

Leiterplatten sind aufgrund der Miniaturisierung und immer höherer Leistungsfähigkeit von elektronischen Geräten ein bedeutender Bestandteil in der gesamten Welt der Elektronik geworden.